Die Coronakrise hat auch den Arbeitsalltag bei Palmer Hargreaves stark verändert. Mit dem Wechsel ins Heimbüro verlagerte sich das Agenturleben in den virtuellen Raum, und Microsoft Teams entwickelte sich von einem einfachen Office-Tool zum sozialen Zentrum der Agentur. Seitdem wird die Kollaborations-Software zum virtuellen Bürogebäude: In den Besprechungsräumen wird gearbeitet, in der Küche werden Meme geteilt und am schwarzen Brett sinnige und unsinnige Aktionen gestartet.

Eine dieser Aktionen war die PH Song Challenge, bei der ab März über einen Zeitraum von 30 Werktagen ein tägliches Motto ausgegeben wurde, zu dem man sich mit Beiträgen zu Wort melden konnte. Die Mottos waren mal objektiv, mal subjektiv gestaltet, unter anderem Ein Song über ein Tier, Ein Song von deinem ersten Konzert oder Ein richtig gutes Cover. Auf diese Weise sind 30 Spotify-Playlists entstanden – so vielfältig, bemerkenswert und individuell wie die Menschen in der Agentur.

Eine nachträgliche Datenauswertung hat einige interessante Erkenntnisse zutage gefördert, die wir aus Compliance-Gründen und Respekt vor der weiteren Karriereplanung im Haus einer breiten Öffentlichkeit leider nicht in Gänze zugänglich machen können. Das Schaubild unten fasst deshalb die allgemeinverträglichen Ergebnisse zusammen.

Key Findings:

  • Die 1980er Jahre wurden agenturweit als common ground erschlossen – durch biografische Nostalgie von der einen, zeitgeistiger Retro-Ästhetik von der anderen Seite des demographischen Spektrums. Prominentester Ausdruck dieser Präferenz ist die Spitzenplatzierung „Nothing Compares 2U“ der irischen Trümmerbardin Sinéad O’Connor. Die verzärtelte Hymne wird im Corona-Kontext zum Schlüsselwerk der Sehnsucht: Der Mann im Lied, er ist das Leben.
  • Ebenfalls als Zeichen der Sehnsucht darf die prominente Platzierung von David Hasselhoffs postsozialistischem Gassenhauer „Looking for Freedom“ gelten. Der KI-mobile Bademeister fordert im buddhistischen Sujet eine Abkehr von weltlichen Gütern und Lasten; ein seelisches „Entkernt Euch!“, mit geopolitischen Konsequenzen. Sicher eine der brisantesten Platzierungen, gleichzeitig aber auch ein Blick ins Herz der Agentur.
  • Die musikalische Würdigung verschiedener Gärprodukte und Branntwein-Spezialitäten hingegen muss sicher vor dem Hintergrund des kurzweiligen Megatrends Alkohol beurteilt werden, der während der Krise auch in Deutschland den Verbrauch kurzfristig nach oben schnellen ließ. In der PH Song-Challenge konzentrierte man sich vor allem auf Destillate; leichtere Brauereierzeugnisse oder gar Schaumwein findet der Analyst nur vereinzelt. 
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