Das Metaverse rüttelt seit einiger Zeit die Medien- und Kommunikationswelt durch. Als Entwickler von Tools im Kommunikationskontext betrifft uns dieses Thema umso mehr, da die Auswirkungen der neuen Technologien nicht nur die Interaktion Mensch-Maschine beeinflusst. Unser Augenmerk liegt hier auf den Systemen im Hintergrund, die einen solchen Austausch durch die Bereitstellung von Daten und Informationen möglich machen.

Die Digitalisierung ist in rasantem Tempo vorangeschritten, seitdem ich vor über 15 Jahren anfing, cloudbasierte Anwendungen für den Vertrieb zu konzipieren. Für Palmer Hargreaves habe ich mich damals nicht nur entschieden, weil das Unternehmen seit seiner Gründung Mitte der 1980er-Jahre für die Automobilindustrie tätig ist. Es hat auch früh erkannt, dass sich Effizienz und Qualität gleichzeitig nur durch den Einsatz von Datenbanken und automatisierten Systemen steigern lassen. 

Mit unseren Automotive-Kunden – vorwiegend OEMs – bewerten wir kontinuierlich die Leistungsfähigkeit unseres Produktinformationssystems (PIM). Wir betrachten dabei die aktuellen Technologien und stellen Prognosen auf, in welche Richtung sich die Nutzung der Daten entwickeln könnte.  

Zusätzlich stellen wir uns folgende Fragen: Wo gibt es Verbesserungspotenziale? Welche Schnittstellen lassen sich sinnvoll ergänzen? Wo kann die Time-to-market weiter verkürzt werden? Welche Abteilungen lassen sich zusätzlich in die Prozesse und Aktualisierungsroutinen integrieren? Welchen kommenden Herausforderungen sollten (oder müssen) wir uns frühzeitig stellen? 

In diesem Zusammenhang haben wir mit unseren Kunden kürzlich die möglichen Auswirkungen des Metaverse diskutiert und bewertet. 

Das Metaverse erfordert High-Engagement-Data  

Im Metaverse verschmilzt die digitale mit der realen Welt. Dabei entwickelt die digitale Welt verstärkt ihre eigene Infrastruktur mit digitalen Währungen oder Eigentumsverhältnissen an virtuellen Elementen (beispielsweise NFTs, Non-Fungible Tokens).

Waren bis vor Kurzem virtuelle Welten an Geräte wie PC, Spielkonsole oder Mobile gebunden, kamen bereits vor einiger Zeit Technologien auf den Markt, die die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen ließen. Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) können die Interaktion zwischen Unternehmen und Kund:innen maßgeblich beeinflussen und sowohl stationär als auch mobil stattfinden. 

Wer sich einen ersten Eindruck über diese „neue“ Welt machen möchte, dem empfehle ich die folgenden Anschauungsbeispiele: 

Allen technischen Neuerungen gemein ist, dass sie in einem dreidimensionalen Raum stattfinden. Das beeinflusst die Objekte und deren zugehörige Informationen, die auf diesem Raum ausgegeben werden.

Für ein PIM bedeuten diese neuen Anforderungen eine Erweiterung des Datensatzes, damit sich notwendig gewordene Informationen integrieren lassen. Zusätzlich gilt es, Produktdarstellungen um dreidimensionale Versionen zu ergänzen, um den neuen Umgebungen gerecht zu werden.  

In unserer ersten Analyse haben wir festgestellt, dass für die Produkte unserer Auftraggeber bereits eine hohe Zahl an 
CAD-generierten, dreidimensionalen Produktdarstellungen von Auto-Zubehör wie z. B. Dachboxen, Radzierblenden oder Fußmatten vorliegt. Im Metaverse werden diese Daten eine größere Bedeutung bekommen, weil zum Beispiel die Konfiguration eines Fahrzeugs ausschließlich im dreidimensionalen Raum stattfindet, mit vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten. 

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung erhöhen sich auch die Anforderungen, weil das verwaltete Datenvolumen wächst. Infolgedessen werden mehr Datensätze benötigt – diese sollten aber nicht die erforderlichen Ressourcen linear oder exponentiell steigern. Zu diesem Zweck arbeiten wir zurzeit an Lösungen zur Komprimierung von 3D-Daten. 

Eine leistungsfähige Datenbank, vielfältige Anwendungen 

Unsere PIM-Lösung ist seit Jahren erprobt und hat bereits mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen. Neben der Anpassung an neu aufkommende Technologien war und ist die Stabilität des Systems das oberste Ziel. Seit dem Start vor über zehn Jahren tragen unsere Systeme einen entscheidenden Beitrag zum Geschäftserfolg unserer Auftraggeber bei.  

Für einen weltweit präsenten OEM deckt unser System den europäischen Markt für Zubehör ab. Zurzeit sind 23 Marktversionen in 19 verschiedenen Sprachen aktiv. Im System werden über 3.500 Artikel mit über 11.000 Bildern in unterschiedlichen Zuschnitten zur Verfügung gestellt – eine Zahl, die sich durch die systematische Integration von 3D-Dateien erhöhen wird. Zusätzlich sind ergänzende Informationen wie 
z. B. Allgemeine Betriebserlaubnisse, Einbauanleitungen und
-videos integriert, sodass das PIM-System über 300.000 Datensätze enthält. 

Im System werden jährlich ca. 1.000 Updates durchgeführt. Das beinhaltet das Anlegen von neuen Produkten und die Pflege von Bestandsdaten. Viele dieser Anpassungen werden einerseits direkt von den unterschiedlichen Abteilungen beim OEM durchgeführt (E-Commerce, Repair Product Planning, Marketing, Service). Andererseits haben aber auch Lieferanten und die einzelnen Märkte die Möglichkeit, Datensätze anzulegen und zu ändern. 

Die Daten kommen in unterschiedlichen Medien zum Einsatz,
z. B. in einem Online-Katalog oder in einem Onlineshop in fünf Ländern. Zudem greifen die Online-Fahrzeug-Konfiguratoren und Gebrauchtwagenseiten auf unser PIM zu. Als Nebeneffekt lassen sich die Daten in Kommunikationsmittel wie z. B. Händler-Newsletter oder CRM-Mailings integrieren. 

Die Gespräche mit unseren Auftraggebern haben gezeigt, dass unser PIM-System die meisten Anforderungen an das Metaverse erfüllt. Darüber hinaus haben wir angefangen, neue Schnittstellen zu konzipieren, um den zukünftigen Datenfluss in das Metaverse und aus dem Metaverse heraus zu gewährleisten, und fühlen uns gut vorbereitet für alle weiteren Herausforderungen.

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