Smart Dust
Von Science Fiction zum nächsten großen Ding
Industrie 4.0, Digitalisierung, IoT, Digital Twins, Predictive Maintenance, Augmented oder Virtual Reality: Die Themen auf der heute beginnenden Hannover Messe ähneln sich seit Jahren. Doch der nächste große Trend zeichnet sich bereits ab: Smart Dust. Was Unternehmen und Kommunikationsagenturen heute schon über die intelligenten Staubkörnchen wissen müssen.
Smart Dust heißt diese Wolke winziger Computer, die Daten erfassen und mit winzigen Werkzeugen Arbeiten ausführen. Die nach den derzeit üblichen Themen wie Industrie 4.0, Internet of Things, Digital Twins, Predictive Maintenance, Augmented oder Virtual Reality der nächste große Digital-Trend sein könnten. Als könne man Feenstaub über dumme Dinge streuen, um deren Intelligenz zu erhöhen. Klingt wie ein Märchen? Wird aber immer realistischer – nicht nur meiner Meinung nach: Denn Smart Dust gilt laut „Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies“ schon seit Jahren als Technologie der Zukunft. Der Index bildet im Zeitverlauf ab, wie stark sich Medien für eine bestimmte Entwicklung interessieren – lange noch, bevor Unternehmen die Technologie auf ihrem Radar haben. Was Smart Dust betrifft, scheint die Zeit nun gekommen zu sein. Das Produkt ist reif für die Anwendung im realen Leben. Und B2B-Agenturen sollten dazu schon jetzt das entsprechende Know-how haben.
Wie Puderzucker auf dem Napfkuchen
Globales Wettermanagement, intelligente Überwachung von Gebäuden, Fabriken und ganzen Städten, Aufzeichnung von Umweltdaten oder eben medizinische Versorgung: Die Anwendungsmöglichkeiten dieses intelligenten Staubs sind grenzenlos. In Funktionskleidung kann der smarte Staub die Körpertemperatur überwachen und vor Überhitzung warnen. In Markenware implementiert schützen die Staubkörnchen vor Plagiaten und dienen als Trackinginstrument.
Wie einen Napfkuchen mit Puderzucker könnte man ganze Gebirge mit den Nanocomputern bestreuen und damit ein Lawinenfrühwarnsystem installieren. Felder könnten mit dem intelligenten Staub besprüht werden, um die Bodentemperatur und den Düngergehalt in der Erde zu bestimmen. Als Bestandteil von Wandanstrichen ließen sich Temperatur, Feuchtigkeit oder Geräusche in Wohnräumen mit dem Smart Dust regulieren. Mischt man die Mini-Sensoren Autolack bei, würde man nach einem Unfall Schäden an der Karosserie genauer nachvollziehen können. Es entsteht eine Welt voller Sensoren, die ständig alles messen und überwachen – Gefahr und Chance gleichzeitig.
Globales Wettermanagement, intelligente Überwachung von Gebäuden, Fabriken und ganzen Städten, Aufzeichnung von Umweltdaten oder eben medizinische Versorgung: Die Anwendungsmöglichkeiten dieses intelligenten Staubs sind grenzenlos.
Intelligente Staubkörner
Smart Dust ist ein System von vielen winzigen, mikroelektromechanischen Systemen (MEMS) wie Sensoren, Robotern oder anderen Geräten, die Licht, Temperatur, Vibrationen, Magnetismus oder chemische Verbindungen entdecken, aufzeichnen und melden können. Diese Recheneinheiten sind so klein, dass ein herkömmlicher Chip dagegen wie ein Ungetüm wirkt - wie ein Strauß im Vergleich zu einem Kolibri. Meist sind die intelligenten Staubkörner in ein drahtloses Computernetzwerk eingebettet, operieren von unterschiedlichen Positionen aus und kommunizieren untereinander mit Hilfe von Radiofrequenzen. Ihre Energie gewinnen sie aus der eigenen Umgebung: entweder sie ernähren sich vom allgegenwärtigen Elektrosmog, speisen sich aus Solarzellen oder gewinnen den Strom aus Vibrationen in ihrem Umfeld.
Agenturleistung: Reales von Science Fiction trennen
Der Hype nimmt also langsam konkrete Formen an, wird von Science Fiction zu real anwendbarer Technologie. Und damit interessant für technologiegetriebene Unternehmen und die sie betreuenden Kommunikationsagenturen mit technologischer Expertise. Diese haben angesichts neuer Technik-Trends drei Aufgaben:
Sie müssen diese Phänomene erklären, einordnen und gegebenenfalls auch im Sinne der Kunden einsetzen.
- Erklären: Was ist das überhaupt, und was kann es
- Einordnen: Wie weit ist die Entwicklung? Brauche ich das? Und wenn ja, wann?
- Einsetzen: Wie kann ich es nutzen? Ist es für meine Arbeit, mein Unternehmen, meine Kunden jetzt schon relevant? Lassen sich daraus schon konkrete Anwendungen für die Kundenkommunikation ableiten?
Schon bei anderen Technologien in der Vergangenheit machte die Entwicklung plötzlich ein Riesensprung: VR/AR war lange Zeit nur in Kino-Phantasien wie „Tron“, „Strange Days“ oder „Matrix“ präsent – dann kam die Datenbrille Oculus Rift als Game Changer. Niemand weiß, wie lange es noch dauert, bis die Verbreitung der Smart-Dust-Nanocomputer unter die Feinstaubverordnung fällt. Dann wird man aufpassen müssen, dass man Computer nicht aus Versehen einatmet.