Strateg:innen und kreative Köpfe trafen sich Anfang Juli am Spreeufer im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) hatte zur dritten Ausgabe seiner Strategiekonferenz STRAT CON eingeladen. Als GWA-Mitgliedsagentur war für uns klar: Da sind wir natürlich dabei. Das bunte Kreativquartier Holzmarkt bot die perfekte Kulisse, um unter dem Titel „The Next Episode“ über die Zukunft der Strategie zu diskutieren.

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Mit jeder Menge Inspiration sind wir zurück. 
Das sind unsere Erkenntnisse:

Mehr Mut. Mehr Nähe. Mehr Haltung.

Strategie braucht (wieder) mehr Mut. Zu häufig rennen Teams Trends und Kundenwünschen hinter. Das Ergebnis: Strategie und dessen Ergebnisse sind viel zu konform. Rob Campbell, Chief Strategy Officer bei Colenso BBDO, formulierte in seiner Eröffnungs-Keynote einen klaren Appell: „Think like a fan, not like a strategist.“ Seine Forderung: Rausgehen und mit Menschen in den Dialog treten, um echtes Verständnis für die Themen und Bedürfnisse der Zielgruppen aufzubauen. Aber auch mal der einfachen Lösung vertrauen, Unsicherheit als Chance zur Differenzierung begreifen und den Mut haben, Fehler zu machen, statt in der Komfortzone zu verharren.

Community-Relevanz als Erfolgsfaktor

Differenzierung gelingt heute immer weniger über Produktdetails. Für Kommunikation und Marketing geht es vielmehr darum, kulturelle Codes und Insights zu identifizieren, um in der eigenen Zielgruppe Relevanz zu erzeugen. Ein zentraler Bestandteil des sogenannten „Cultural Marketings“. Laut Sebastian Kemmler, Gründer von Kemmler Kemmler, werden Strateg:innen deshalb zunehmend zu Kurator:innen kultureller Strömungen und zu Scouts, die relevante Micro-Communitys und deren Influencer:innen identifizieren. Relevanz entscheidet sich dabei nicht mehr nur an Vanity-KPIs wie Followerzahlen, sondern am Mehrwert für die Community. Social Media spielt in diesem Kontext eine zentrale Rolle. Winter Mendelson von Posture Media untermauerte diesen Aspekt: „Social is not a channel, it is the place where people live.“ Das Potenzial, dort die richtige Zielgruppe zu erreichen, ist enorm. 

Strategie als verbindende Disziplin

Dass Strategie keine für sich stehende Disziplin ist, zog sich als roter Faden durch den gesamten Konferenztag. Statt in Silos zu arbeiten, gilt es, Strategie, Kreation und Media wieder stärker zusammenbringen. Denn ob Zielorientierung, Zielgruppenverständnis oder Marktentwicklungen: Der strategische Unterbau bildet das notwendige Fundament eines jeden Marketing- und Kommunikationsprojekts. Und doch verstaubt die anfangs erarbeitete Strategie zu häufig in einer Schublade. Das Ziel von Agenturen sollte es stattdessen sein, Strategie in den Arbeitsschritten aller Gewerke zu verankern und das strategische Grundverständnis gewerkeübergreifend weiter zu fördern. Stefan MichelsDirector Social Media bei Aldi Nord, brachte es auf den Punkt: „Strategie ist kein Kosten-, sondern ein Profittreiber.“

Strat Con 2026
Foto: Tim Kirchhof

Markenführung schlägt KI

KI ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern in vielen Agenturen und Unternehmen bereits fester Bestandteil der Prozesse. Sie ersetzt jedoch nicht die menschliche Schöpfungskraft in der Markenkommunikation, wie Jesko Perrey von McKinsey im GWA-Talk deutlich machte. Die aktuelle europäische McKinsey-Studie „State of Marketing“ hat ergeben: Für 76 Prozent der 500 befragten Marketingverantwortlichen bleibt Kreativität der wichtigste Hebel, um Marken in Zukunft zu differenzieren. KI dominiert zwar in den Medien, doch in der CMO-Prioritätenliste landet das Thema nur auf Platz 17 – weit hinter Branding und der Authentizität. Das zeigt einmal mehr: Besonders im Zeitalter technologischer Standardisierung gewinnt die strategische Markenführung an Relevanz.

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