Von SEO zu GEO
Wie sich Unternehmen auf das veränderte Suchverhalten der Zielgruppe einstellen sollten – und warum KI zum neuen Stakeholder zwischen Content und Kunde wird.
Ein mittelständisches Familienunternehmen, spezialisiert auf Wintergärten und Terrassendächer, ist zahlungsunfähig. So war es noch 2023 zu lesen – in einem Onlineportal, über das Interessierte Wirtschaftsinformationen zu deutschen Firmen abrufen können. Der Haken: Die Information war frei erfunden. Von einer KI.
Was war passiert? Die Betreiberin der Onlineplattform ließ mit KI-Hilfe automatisiert Pflichtveröffentlichungen zu Unternehmen aus dem Bundesanzeiger, Handels- und Insolvenzregister zusammenfassen. Nur hatte die KI zwei Firmen verwechselt und dem unbescholtenen Mittelständler eine drohende Insolvenz angedichtet. Zwar erwirkte das Landgericht Kiel eine Löschung des Eintrags sowie eine Entschädigungszahlung – doch der Reputationsschaden war bereits eingetreten.
Beispiele, dass Künstliche Intelligenz halluziniert – mal lustig, mal erschreckend –, begleiten die diversen Large Language Modelle (LLMs), seit ChatGPT Ende 2022 aufgetaucht ist. Diese Falschdarstellungen der KI können auch Unternehmen betreffen und ihren Ruf beschädigen. Was parallel teilweise zum Problem wird, ist das veränderte Suchverhalten potenzieller Kunden und Bewerber.
Finden statt Suchen. Wollten wir das nicht schon immer?
Wer in letzter Zeit die Google-Suche angeworfen hat, dem wird nicht entgangen sein, dass statt der sogenannten Featured Snippets – kurze, von Google selbst erstellte Zusammenfassungen zu einer Anfrage – jetzt häufiger eine neue Form der Antwort ganz oben in der Trefferliste erscheint: Übersicht mit KI. Vor allem bei Google-Suchen, die statt aus ein, zwei Begriffen aus einer kompletten Frage bestehen, taucht dieser AI Overview, so die englische Bezeichnung, als erster Treffer auf. Das Ziel: Finden statt Suchen.
Aktuell zeigt Google bei etwa jeder fünften Suche den AI Overview, der, teils schon recht umfangreich, die gestellte Frage direkt beantwortet. Der Klick auf die dort verlinkten Quellen – oder gar auf die Links in der gewohnten Trefferliste weiter unten – ist so oft nicht mehr nötig. Google kannibalisiert sich hier zum Teil selbst, wollte aber die zunehmende Suche über KI-Tools nicht der Konkurrenz, namentlich Microsoft mit ChatGPT und Copilot, überlassen. Denn selbstredend erhalten wir gerne eine direkte Antwort auf unsere Frage, ohne diverse Links anklicken und die dahinterliegenden Webseiten nach einer Antwort durchsuchen zu müssen (eigentlich hatten wir uns das schon immer gewünscht, es war uns nur nicht bewusst).
Einer aktuellen Untersuchung von Semrush zufolge bleibt Google über alle Altersgruppen hinweg die Suchmaschine der Wahl, verändert sich jedoch stark: mit den KI-Übersichten, gefüttert vom hauseigenen LLM Gemini, und noch mehr mit dem künftigen AI Mode (KI-Modus), der zusätzlich eine weiterführende Suche per Chat ermöglicht. Microsofts Bing-Suche wird durch Copilot intelligent, und mit Perplexity gewinnt eine reine KI-Suchmaschine Marktanteile. Daneben suchen immer mehr Menschen direkt in OpenAIs ChatGPT, Claude von Anthropic, Microsofts Copilot, Googles Gemini oder auch in Meta AI, das in Facebook, WhatsApp und Instagram integriert ist.
Und was heißt das nun für die Unternehmenskommunikation?
Das erfahren Sie im aktuellen Beitrag von Iris Heilmann ab 2. Oktober 2025 im PR Report.